Medien im Brennpunkt –Probleme, Herausforderungen und Perspektiven journalistischer Krisenberichterstattung
Projektnummer: 2009-214
Projektleitung:
Prof. Dr. Stephan Weichert
Weichert ist Professor an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (MHMK) in Hamburg und leitet dort den Studiengang Journalistik. Er arbeitet seit vielen Jahren als Sachbuchautor und Journalist für Zeitungen, Online-Portale und Radio. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen gehören Die Meinungsmacher (zusammen mit Leif Kramp). Über die Verwahrlosung des Hauptstadtjournalismus; Digitale Mediapolis. Die neue Öffentlichkeit im Internet; Wozu noch Journalismus? Wie das Internet einen Beruf verändert; Wozu noch Zeitungen? Wie das Internet die Presse revolutioniert.
Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (MHMK)
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E-Mail:
s.weichert(at)macromedia.de
www.macromedia-hochschule.de Leif Kramp
Kramp ist Journalist, Medien- und Kommunikationswissenschaftler und arbeitet als Lecturer und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (MHMK). Studium der Journalistik, Medien- und Kommunikationswissenschaft, Geschichte und Betriebswirtschaftslehre. Er schreibt für überregionale
Tageszeitungen
Tageszeitungen
, Fach- und Publikumszeitschriften, Internetpublikationen und Branchendienste und ist Autor sowie Herausgeber mehrerer Fachbücher über Medien und Journalismus.
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Projektbeschreibung
1. Kontext / Problemlage
Vor dem Hintergrund der Herausforderungen einer ständig sich beschleunigenden Nachrichtenwelt, soll in der Studie eine detaillierte und differenzierte Darstellung und Einordnung der Krisenberichterstattung vorgenommen werden.
Es scheint an der Zeit, dass auch in Deutschland eine bessere Ausbildung, mehr Ressourcen und vor allem verbesserte und verbindlichere Richtlinien und Kodizes entwickelt werden, in Anlehnung an Selbstregulierungsformen in Englang und den USA.
Dadurch könnte man das Niveau des Krisenjournalismus erhöhen und somit der Öffentlichkeit einen besseren Zugang und ein tieferes Verständnis von Krisen und deren Hintergründe ermöglichen. Dafür möchte die Studie sensibilisieren und erste Antworten und Vorschläge für eine Umsteuerung in der Praxis liefern.
Unter dem Sammelbegriff „Krisenjournalismus“ wird dabei ein breites Feld unterschiedlicher Themen eröffnet, das sich in die beiden Bereiche Katastrophen und Kriege/Terrorismus ordnet. Der normativ-ethische Rahmen für das Gegenmodell „Friedensjournalismus“ fließt über den Ansatz von Johan Galtung in viele zitierte Veröffentlichungen zu diesem Thema ein. Die sinnstiftenden und ordnenden Ideen kommen von Herfried Münkler, der die neuen Formen von Krieg und Terrorismus analysiert und besonders hinsichtlich der Verquickung mit den modernen Massenmedien einordnet und bewertet hat.
2. Fragestellung
Wo liegen die Defizite bisheriger Krisenberichterstattung über Katastrophen, Kriege und Terrorismus?
Welche Ressourcen sind nötig, um einen Qualitätskrisenjournalismus zu entwickeln?
Welche Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen können für die Journalisten entwickelt werden?
Welche Verbesserungsvorschläge können für die Ausbildung von Journalisten, aber auch für die Arbeit von Redaktionen gegeben werden?
3. Untersuchungsmethoden
Der Zugang zum Krisenjournalismus wird klassisch über eine Literaturstudie gewählt, um den aktuellen Forschungsstand zu dokumentieren und daran die Fragestellungen der Studie zu präzisieren.
Damit ist eine fundierte Ausgangsbasis für die ca. 17 explorativen Intensiv-Interviews mit aktiven und ehemaligen Expertinnen und Experten aus den öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsendern und deren Online-Portalen, aus Wochenzeitungen und –magazinen sowie mit freien Journalistinnen und Journalisten geschaffen.
Durch die Zusammenführung der Interviews mit dem Literaturbericht sowie dem aktuellen Forschungsstand, können am Ende der Studie verbesserte und verbindlichere Richtlinien und Kodizes – in Anlehnung an Selbstregulierungsformen in Englang und den USA – für einen Krisen- bzw. Friedens-Journalismus entwickelt werden.