Themen: Qualifizierung / berufliche Weiterbildung / Tarifpolitik / Ostdeutschland / Europa
Weinert, Rainer
01.06.2009
Tarifpolitische Ansätze in der beruflichen Weiterbildung in Europa und deren Bedeutung für Qualifizierungsstrategien in Ostdeutschland
Projektziel:
Ziel der Kurzstudie ist es, tarifpolitische Ansätze zur beruflichen Weiterbildung in strukturschwachen Regionen Europas zu erfassen. Diese sollen mit den Ansätzen in Ostdeutschland verglichen werden, um dort Qualifizierungsstrategien zu entwickeln.
Projektnummer: 117-2009
Projektbeginn: 01.06.2009
Projektleitung:
Apl. Prof. Dr. Rainer Weinert
Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft an der Freien Universität in Berlin
Waldschluchtpfad 24c, 14089 Berlin
weinert.berlin(at)t-online.de
Kontakt:
Dr. Burkard Ruppert
Otto Brenner Stiftung, Referat Wissenschaft und Forschung
Wilhelm-Leuschner-Straße 79, 60329 Frankfurt am Main
E-Mail:
burkard.ruppert(at)igmetall.de
Projektbeschreibung:
1. Kontext / Problemlage
Das Projekt eröffnet einen europäisch vergleichenden Blick auf berufliche Weiterbildung als zentrales tarifpolitisches Gestaltungsfeld für das strukturschwache Ostdeutschland.
Die Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland ist im internationalen Vergleich relativ gering und sozial selektiv. Die Hintergründe werden kontrovers diskutiert: Vertritt die eine Seite die Position, die nur geringe rechtliche Regelung von Weiterbildung führe zu deren Kommerzialisierung und zur Umwandlung in ein über den Markt gesteuertes privates Gut, reguliert über „Eigenverantwortung“. So thematisiert die Gegenposition berufliche Bildung als öffentliches Gut mit der Notwendigkeit entsprechender öffentlicher Regulierung.
Die Gewerkschaften fordern in der kontrovers geführten öffentlichen wie auch wissenschaftlichen Diskussion zu beruflicher Weiterbildung den Erhalt und die Stärkung des „Berufsprinzips“. Durch tarifpolitische Regelungen sollen entlang der Berufsbiografie erworbene Qualifikationen, Erfahrungen und Kompetenzen gesichert und weiterentwickelt werden.
2. Fragestellung
Berufliche Weiterbildung bleibt ein zentrales Zukunftsthema in der modernen Arbeitsgesellschaft. Gerade in den Kleinbetrieben Ostdeutschlands ist das Management häufig nur sehr begrenzt in der Lage, eine mittel- und langfristige Personalplanung und Qualifizierung zu gewährleisten.
Vor diesem Hintergrund ist der Blick in strukturschwache europäische Regionen vor allem skandinavischer Länder sicherlich hilfreich, um zu überprüfen, inwiefern tarifvertragliche Regelungen in einzelnen Ländern Europas – thematisch wie institutionell – auf die deutsche Tarifpolitik anwendbar wären.
3. Untersuchungsmethoden
Methodisch ist die Studie angelegt als Mix aus Sekundäranalyse und Akteursgesprächen mit Tarifexperten europäischer Metall-Gewerkschaften.
Für die Abbildung der Europäischen Wirklichkeit wird der Spannungsbogen von beruflicher Weiterbildung als privatem bzw. öffentlichem Gut in fünf idealtypische Stufen untergliedert. Dadurch können zunächst die unterschiedlichen europäischen Regelungen beschrieben und eingeordnet werden. Im zweiten Schritt werden dann diejenigen tarifpolitischen Weiterbildungskonzepte in den Blick genommen, die auch für Ostdeutschland von Bedeutung sein könnten.