Otto Brenner Kompakt

Globalisierung solidarisch

Themen: Arbeit / Frauenrechte / Globalisierung / Strukturwandel

Autor/en:

Wick, Ingeborg

Projektende:

09.10.2009
Projekt im Shop beziehen: Themen: Arbeit / Frauenrechte / Globalisierung / Strukturwandel
Soziale Folgen des liberalisierten Weltmarkts für Textil und Bekleidung –
Strategien von Gewerkschaften und Frauenorganisationen
Veröffentlichung: OBS-Arbeitsheft 62
Eine Studie der Otto Brenner Stiftung, Frankfurt/Main, November 2009, 48 Seiten (deutsch und englisch)
Projektziel:
Die vorliegende Studie behandelt die Fragen, wie sich der Liberalisierungsschub im Welthandel für Textil und Bekleidung nach dem Ende des Quotenregimes 2004 auf die Lage der überwiegend weiblichen Beschäftigten dieser Industrie ausgewirkt hat und welche Maßnahmen diese ergreifen sollten, um ihre Rechte sowohl am Arbeitsplatz als auch übergreifend an den unterschiedlichen Standorten dieser Industrie besser durchsetzen zu können. Diese Fragen werden beispielhaft in den Ländern China, Südafrika und Deutschland/EU untersucht.
Projektnummer: 202-2008
Projektende: 09.10.2009
Projektleitung:
Ingeborg Wick
SÜDWIND Institut für Ökonomie und Ökumene
Lindenstr. 58-60, 53721 Siegburg
E-Mail: wick(at)suedwind-institut.de
Internet: www.suedwind-institut.de
Kontakt:
Dr. Burkard Ruppert
Otto Brenner Stiftung, Referat Wissenschaft und Forschung
Wilhelm-Leuschner-Straße 79, 60329 Frankfurt am Main
E-Mail: burkard.ruppert(at)igmetall.de

Projektbeschreibung:

1. Kontext / Problemlage
Schon in den letzten Jahrzehnten haben sich in der Textil- und Bekleidungsindustrie die Widersprüche und Fehlentwicklungen der Freihandelspolitik besonders krass gezeigt: Denn die Öffnung nationaler Märkte und die weltweiten Produktionsverlagerungen haben es multinationalen Importunternehmen erlaubt, ihre Marktanteile um den Preis der Verdrängung von Konkurrenten und eines sozialen Wettlaufs nach unten zu vergrößern. Durch die Ansiedlung arbeitsintensiver Industrien wie der Textil- und Bekleidungsindustrie in weltweiten Steuer- und Zollenklaven wurde die weitgehende Außerkraftsetzung von Arbeitsrechten zur Normalität dieser Branche. Im Zuge globaler Kostensenkungsstrategien spielen Unternehmen die Beschäftigten an unterschiedlichen Standorten gegeneinander aus, so dass eine Konkurrenzsituation unter ihnen gefördert und eine gemeinsame Interessenvertretung erschwert wird. Die beispielhaft untersuchten Ländern China, Südafrika und Deutschland/EU gelten als „Gewinner-„ bzw. „Verliererländer“ der jüngsten Entwicklung. Über die unmittelbare Fragestellung hinaus ist die Untersuchung auch ein Beitrag zu der weitergehenden Auseinandersetzung mit den sozialen Folgen der Globalisierung, die sich heute in der Weltwirtschaftskrise in bisher ungeahntem Maß zugespitzt hat.
2. Fragestellung
Wie hat sich der Liberalisierungsschub im Welthandel für Textil und Bekleidung nach dem Ende des Quotenregimes 2004 auf die Lage der überwiegend weiblichen Beschäftigten dieser Industrie ausgewirkt?
Welche Maßnahmen sollten die dort überwiegend weiblichen Beschäftigten ergreifen, um ihre Rechte sowohl am Arbeitsplatz als auch übergreifend an den unterschiedlichen Standorten dieser Industrie besser durchsetzen zu können?
3. Untersuchungsmethoden
Als Hintergrund für die zentrale Fragestellung der vorliegenden Studie werden zunächst die Post-ATC- Entwicklungen der Textil- und Bekleidungsindustrie im globalen Rahmen sowie in China, Südafrika und Deutschland/EU dargestellt. Dabei werden aktuelle Daten von internationalen Organisationen, Regierungen, Unternehmen, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen zur Produktion, zum Handel und zur Beschäftigung zusammen getragen, analysiert und am Ende der Studie zur Grundlage von Schlussfolgerungen und Perspektiven verwandt.
4. Darstellung der Ergebnisse
Der Vergleich der Länderstudien mit Blick auf die Lage der Beschäftigten zeigt, dass diese wie im Falle Chinas von steigendem Wachstum der Industrie und der Exporte kaum profitiert haben. Trotz gradueller und qualitativer Unterschiede zwischen den Ländern verdeutlicht der Vergleich ebenso, dass der Liberalisierungsschub ein Anwachsen prekärer Beschäftigung mit sich bringt. Letztlich hat der hohe Grad an weiblicher Beschäftigung in dieser Branche keine grundlegende Verbesserung der Position von Frauen in der Arbeitswelt und der Gesellschaft dieser Länder bewirkt.
Den Bezugsrahmen für die Handlungsempfehlungen dieser Studie bilden die Decent Work Agenda der ILO und Kernforderungen des UNO-Entwicklungsfonds für Frauen UNIFEM. Über deren Status als „Soft Law“ hinaus fordert die Studie ergänzende Schritte in Richtung einer völkerrechtlich bindenden und sanktionsbehafteten Regulierung von Arbeits-, Sozial- und Frauenrechten („Hard law“), ohne die freiwillige Maßnahmen von begrenzter Wirkung bleiben.
Projekt im Shop beziehen: Themen: Arbeit / Frauenrechte / Globalisierung / Strukturwandel